Aus einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW geht hervor, dass die mittelständischen Unternehmen aufgrund der Corona-Krise maßgebliche Umsatzrückgänge zu verbuchen haben.

Die Corona-Krise trifft mittelständische Firmen in Deutschland extrem stark: Mehr als 2,2 Millionen und damit 58 Prozent der etwa 3,8 Millionen Mittelständler haben im März Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen verkraften müssen, wie aus einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Die Zahlen, die das Finanzinstitut nennt, sind gewaltig: So haben die Firmen Verluste von insgesamt 75 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Am häufigsten beklagten der Umfrage zufolge die Dienstleister Umsatzrückgänge.

Doch nicht alle verzeichneten eine ungünstige Entwicklung: So verbuchten rund 40 Prozent der Firmen sogar gleichbleibende Erlöse. Bei diesen Unternehmen handelte es sich meistens um Handwerksbetriebe oder Baufirmen. Dies ist keine Verwunderung, weil Experten davon ausgehen, dass die Baubranche in der Krise noch mit einem „Blauen Auge“ davonkommen dürfte. Ein Grund: Die Bautätigkeit wird trotz der Pandemie fortgeführt, weil dieser Wirtschaftssektor zu den Schlüsselindustrien zählt.

Darüber hinaus gab es sogar Branchen, die zulegen konnten. Dazu gehörte der Handel, dessen Volumina um zwei Prozent gewachsen sind. Insgesamt hat sich die Widerstandsfähigkeit des Mittelstandes gegenüber unerwarteten Ereignissen wie der Pandemie deutlich verbessert. „Die in den vergangenen Jahren aufgebauten Finanzpolster helfen in der aktuellen Krise, Verluste temporär zu verkraften und den Druck auf die Liquidität zu mindern“, sagt die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib. Im Durchschnitt sei die Eigenkapitalquote zwischen 2002 und 2018 um 13 Prozentpunkte auf aktuell 31 Prozent gestiegen.

Es gibt noch zusätzliche positive Nachrichten: „Die schrittweise Rückführung der Eindämmungsmaßnahmen lässt auf eine Entspannung im Mittelstand hoffen“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Niedrigere Umsätze und Liquiditätsengpässe dürften die Firmen aber auch in den nächsten Wochen begleiten. Staatliche Hilfsmaßnahmen und KfW-Kredite seien daher weiter nötig. „Sie federn die Folgen des Stillstands ab und ermöglichen es den Unternehmen, länger durchzuhalten“, fügt Köhler-Geib hinzu.

https://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2020/06/96371/